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Offener Brief an die Gemeinde Wallenhorst

20. Februar 2019
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Dieser offene Brief wurde von den City Cleaners bei der Gemeinde Wallenhorst abgegeben. Sehr gerne können Auszüge für etwaige weitere Schreiben an andere Gemeinden (mit Verweis auf City Cleaners Germany) herauskopiert werden. Denn: WENN KINDER WÜSSTEN, WAS IHR BALLON ANRICHTEN KANN, WÜRDE KEINES MEHR AUF SEINEN BALLON BESTEHEN!

Gemeinde Wallenhorst
Herrn Bürgermeister Otto Steinkamp
sowie Gemeinderatsmitglieder


OFFENER BRIEF ZUM LUFTBALLONWETTBEWERB DER JÄHRLICHEN KIRMES


Wallenhorst, 19.Februar 2019
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
Sehr geehrte Gemeinderatsmitglieder,


hiermit möchte ich Sie nochmals bitten, auf den jährlichen Luftballonwettbewerb
der Wallenhorster Klib im Juni zu verzichten.
Wie ich Ihnen bereits bei der Preisverleihung des Umweltschutzpreises in meiner Präsentation eindringlich dargelegt habe, ist ein solches kurzfristiges
Spaß-Event mit der Konsequenz, dass dies für Tiere tödlich enden kann, nicht mehr zeitgemäß!
Folgende Argumente möchte ich anführen, einhergehend mit Alternativen, die das aljährliche Müllspektakel am Himmel umweltfreundlich ersetzen können:


1) Helium ist ein ökologisch mehr als fragwürdiger endlicher Rohstoff,
der sicher in anderen Bereichen dringender angewandt werden muss als
zur Belustigung der Bevölkerung.


2) Die Gemeinde Wallenhorst beruft sich darauf, bereits Baumwollschnüre und
Pappverschlüsse zu nutzen. Aber auch in Baumwolle können sich Tiere
verheddern und letztendlich sterben. Die Bezeichnung „umweltverträgliche
Luftballons“ ist ebenfalls irreführend, denn dieser Begriff kann sich
höchstens auf den Herstellungsprozess, nicht jedoch auf den
Zersetzungsprozess in der freien Natur beziehen.

Auch Naturlatex verrottet nicht innerhalb weniger Tage,
sondern verbleibt jahrelang in der Umwelt. (Tests nach 720 Tagen zeigten,
dass noch immer überreste auffindbar waren)- Quelle:www.bio-ballons.de)


3) Luftballons können sehr grße Strecken fliegen, bis zu 800km wurde bereits
innerhalb Europas nachgewiesen. Letztendlich platzen sie und kehren
unkontrolliert und unbeachtet zur Erde zurück, wo sie völlig unnötig zur
Gefahr für Tiere aller Art werden. Nicht nur Meerestiere wie Schildkröten
oder Vögel fressen die winzigen Einzelteile. Es existieren auch dokumentierte
Fälle , in denen Kühe, Pferde und Lämmer mit Ballons im Maul oder der Schnur
um den Körper aufgefunden wurden.
Ballonreste sind in mindestens 2% aller untersuchten Nordsee Eissturmvögel
zweifelsfrei nachgewiesen worden, 97% von ihnen haben sogar durchschnittlich
0,31% Plastik im Magen. (lt. Meeresforschungsinstitut IMARES)
Dies entspricht -auf den Menschen bezogen- eine Brotdose voller Plastikteile.


4) Auf 100m Nordseestrand finden sich sich bis zu 400 Plastikmüllteile. Sicher
ist Ihnen noch in Erinnerung, wie ich Ihnen bei meiner Rede zwei vollständig
erhaltene Folienluftballons präsentierte. Diese verrotten N I E , daher würde
ich auch befürworten, wenn der Kirmesverkauf dieser „Luftverschmutzung“
ebenfalls untersagt würde.


5) Die Menschen haben schlicht kein Bewusstsein für die Folgen von losgelassenen
Ballons in der Natur. Jedoch handelt es sich hierbei um eine (noch) legale
Art von Umweltverschmutzung, die sogar von Gemeinden initiert wird. Es bedarf
an Aufklärung an Kindergärten, Schulen etc, wofür ich mich mehrmals angeboten
habe.
WÜRDEN DIE KINDER WISSEN, WAS IHR BALLON ANRICHTEN KANN, BIN ICH SICHER, DASS
KEINES NOCH AUF SEINEN BALLON BESTEHEN WÜRDE!


Umweltfreundliche/re Alternativen können sein:


1) Die Organisation einer Seifenblasenmaschine, die zum Auftakt der Kirmes
bunte Blasen in den Himmel schickt.


2) Das Verteilen von Blumensamen oder -zwiebeln, die dann auf einer Art
Gemeindebeet gemeinschaftlich eingepflanzt werden können. Somit können
die Kinder sich sehr viel länger an bunten NATÜRLICHEN Pflanzen erfreuen
als die wenigen Sekunden , in denen ein Ballon gen Himmel steigt und
möglicherweise tragische Konsequenzen hervorruft.


3) Ein Wettbewerb, bei dem jedes Kind einen groflen Stein bemalt.
Der schönste wird gekürt und anschlieflend ebenfalls in einer Art
Gemeindebeet zur Schau gestellt.


4) Wenn es absolut nicht ohne Luftballons geht, könnte jedes Kind einen
(mit Luft aufgeblasenen ) Ballon erhalten, in dem zuvor ggfs Losnummern mit
Gewinnen eingerollt wurden. Somit bliebe auch der „Gewinnfaktor“ erhalten.


Ich hoffe, ich konnte Sie mit diesem Brief nochmals anregen, sich der Thematik ernsthaft anzunehmen.
Um mein Anliegen zu unterstreichen, lege ich Ihnen zwei von mir persönlich aufgefundene Luftballons der Wallenhorster Klib (siehe Emblem) aus vergangenen
Jahren bei.
Ich hoffe inständig, dass dieser Brief dazu beiträgt, dass die Gemeinde Wallenhorst, die jährlich Umweltschutzpreise auslobt, endlich Abstand nimmt von den leidigen Luftballonwettbewerben.
Dieser Brief ist als offener Brief zu verstehen.
Nicht nur die Gemeinde Wallenhorst soll hiermit gebeten werden, auf Luftballonwettbewerbe zu verzichten, sondern auch andere Städte und Gemeinden
möchte ich aufklären.
Einen Termin in dieser Thematik ist bereits mit einem Wallenhorster Kindergarten
für den 13.März festgelegt.
Ich werde dieses Schreiben zum Zwecke der allgemeinen Aufklärung auf unserer Homepage www.citycleanersgermany.de veröffentlichen.


Ich hoffe, wir sehen uns im Juni beim Blumenpflanzwettbewerb!

Schöne saubere Grüße

Birgit Schad
City Cleaners Germany

ANLAGEN: ZWEI KLIB LUFTBALLONS!!!

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